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Aufgabe 3 - Erweiterter RS-Flip-Flop

Ein erweiterter RS-Flip-Flop (kein Standard-RS-FF!) in einer SPS-Steuerung soll bei der verbotenen/fehlerhaften Eingangskombination R = S = 1 die nachfolgenden Schalthandlungen ausführen:

  • War der FF gesetzt, so wird in einen Fehlerzustand ZF1 übergegangen, ein zusätzliches binäres Ausgangssignal F1 gesetzt, und der Ausgang Q des FF bleibt unverändert.
  • War der FF rückgesetzt, so wird in einen weiteren zusätzlichen Fehlerzustand ZF2 übergegangen, ein weiteres zusätzliches binäres Ausgangssignal F2 gesetzt und der Ausgang Q des FF bleibt ebenfalls unverändert.
  • Beide Fehlerfälle werden erst wieder bei R = S = 0 hin zu dem Zustand verlassen, wo der Fehler auftrat. Die beiden Fehlerbits F1 und F2 werden dann gelöscht.

Ergänzen Sie in dem nachfolgenden Diagramm den Verlauf des Ausgangssignals Q und der beiden Fehlersignale F1 und F2.

Abbildung 3.1: Vorgegebener Verlauf der Eingangssignale S und R.

5 Pkt.

Zeichnen Sie den Zustandsgraphen des Flip-Flops als Moore-Automat.

15 Pkt.

Σ 20 Pkt.

Am Anfang sind Q, F1 und F2 gleich 0. Der Flip-Flop befindet sich damit zunächst im rückgesetzten Zustand Z0.

Für den Verlauf sind besonders die Zeitpunkte wichtig, an denen sich ein Eingang ändert:

Zeitpunkt Eingänge danach Reaktion Zustand danach
t1 R = 0, S = 1 Flip-Flop wird gesetzt Z1
t2 R = 0, S = 0 gesetzter Zustand wird gespeichert Z1
t3 R = 1, S = 0 Flip-Flop wird rückgesetzt Z0
t4 R = 1, S = 1 Fehler tritt im rückgesetzten Zustand auf ZF2
t5 R = 1, S = 0 Fehler bleibt gespeichert ZF2
t6 R = 0, S = 0 Fehler wird gelöscht, Rückkehr zum vorherigen Zustand Z0
t7 R = 0, S = 1 Flip-Flop wird gesetzt Z1
t8 R = 1, S = 1 Fehler tritt im gesetzten Zustand auf ZF1
t9 R = 0, S = 0 Fehler wird gelöscht, Rückkehr zum vorherigen Zustand Z1
t15 R = 0, S = 1 Flip-Flop ist bereits gesetzt Z1
t16 R = 0, S = 0 gesetzter Zustand wird gespeichert Z1

Tabelle 3.1: Zustandsänderungen im vorgegebenen Signalverlauf (eigene Darstellung).

Im Fehlerzustand bleibt Q unverändert. F2 ist daher von t4 bis t6 aktiv. F1 ist von t8 bis t9 aktiv. Beide Fehlerzustände werden erst bei R = S = 0 verlassen.

EingängeAusgang QFehlersignale

Abbildung 3.2: Ergänzter Verlauf von Q, F1 und F2 (eigene Darstellung).

Der Automat benötigt vier Zustände. Die Ausgänge werden direkt den Zuständen zugeordnet. Dadurch handelt es sich um einen Moore-Automaten.

Zustand Bedeutung Q F1 F2
Z0 rückgesetzt 0 0 0
Z1 gesetzt 1 0 0
ZF1 Fehler trat in Z1 auf 1 1 0
ZF2 Fehler trat in Z0 auf 0 0 1

Tabelle 3.2: Zustände und zugehörige Ausgaben des Moore-Automaten (eigene Darstellung).

Die Übergangstabelle zeigt für jede Eingangskombination den Folgezustand. Die Eingänge sind dabei in der Reihenfolge RS angegeben. Somit bedeutet RS = 01, dass R = 0 und S = 1 gilt.

Aktueller Zustand RS = 00 RS = 01 RS = 10 RS = 11
Z0 Z0 Z1 Z0 ZF2
Z1 Z1 Z1 Z0 ZF1
ZF1 Z1 ZF1 ZF1 ZF1
ZF2 Z0 ZF2 ZF2 ZF2

Tabelle 3.3: Übergangstabelle des erweiterten RS-Flip-Flops (eigene Darstellung).

In den Fehlerzuständen führen RS = 01, RS = 10 und RS = 11 jeweils zurück in denselben Fehlerzustand. Nur bei RS = 00 wird der Fehler verlassen. ZF1 führt dann zurück zu Z1, während ZF2 zurück zu Z0 führt.

Abbildung 3.3: Zustandsgraph des erweiterten RS-Flip-Flops als Moore-Automat (eigene Darstellung).

Einsendeaufgabe

B-MRT01XX

Felix Spohn / 30043301